Wochenende!

| 21. August 2012 | 5 Kommentare

Da der letzte Tag auf Grahams Plantage ja nicht so lange werden sollte, haben wir und für ein bisschen später Aufstehen und entspannt zur Arbeit fahren entschieden. Gebraucht haben wir (selbst mit Hilfe) bis um 17 Uhr, allerdings inklusive langer Pausen. Das Wenden auf dem einspurigen Feldweg wollte ich mir auch nicht entgehen lassen und ein bisschen besser gestalten als den Tag davor, wir hatten uns festgefahren und Fabi und Malte mussten schieben während ich in Wackeltaktik Vor-und Rückwärtsgang zum Rauskommen benutzt habe. Freitag waren wir schon etwas geübter, also nur tiefe Spuren ins Gras gefahren, aber geschafft.

Zurück im Hostel konnte uns die Herbergsmutter Sheree nur einen neuen Job anbieten, Fabi durfte am nächsten Morgen um sechs aufstehen um nach dem Frühstück abgeholt zu werden – wäre denn irgendwann jemand gekommen. Umsonst früh aufgestanden, umsonst Frühstück gemacht. Ich durfte mittags zum Vorstellungsgespräch, Joe (72 Jahre) wollte mich sehen bevor er mich einstellt.

mit Kaddo und Jannik vor dem Mount Maunganui

Wieder zurück haben wir die Wohnqualität deutlich gesteigert, für 10 zusätzliche Dollar pro Woche sind wir jetzt in einem Viererzimmer mit Kaddo und Jannik mit eigenem Bad und ein bisschen Abstand zu Küche und Gemeinschaftsraum.

Zwanzig Autominuten entfernt gibt es einen Berg direkt am Meer und vor der Stadt, den Mount Maunganui, den wir uns dann also mal zu viert angucken wollten. Fabi und ich sind einmal nach oben, Ausblicke genossen, Bilder gemacht und wieder runter. Die anderen zwei waren so lange in der Innenstadt und am Strand, da haben wir uns dann auch wieder getroffen. Im Supermarkt gabs Abendessen (jeder ein halbes Baguette) und anschließend Thermalbad: Ganz in der Nähe von unserem Hostel gibt es ein kleines Schwimmbecken, das durch heiße Quellen gefüllt wird, fast so gut wie der Spa-Pool bei Sin Jat.

der letzte Wasserfall – wenn es nicht so frisch gewesen wäre, hätten wir das Seil oben rechts genutzt

Ab Sonntagmorgen durfte ich aber auch wieder beim Job ran – wenn Joe denn nicht wegen vorhergesagtem Regen mir nach dem Aufstehen abgesagt hätte. Wieder umsonst früh aufgestanden, umsonst Frühstück gemacht. Immerhin hatte ich so mit den anderen dreien (Fabi, Kaddo, Jannik) frei. Noch zusammen mit Malte, Sönke und Sam (Kartenspielpartner und Reise-Tippgeber aus GB) sind wir zu den Kaiate-Wasserfällen in der Nähe gefahren. Nach einiger Strecke hat Malte lieber ein Auto angehalten um nach dem Weg zu fragen, wir waren uns nicht mehr so sicher. Der Fahrer hat uns leider ein bisschen ausgelacht, wir mussten wirklich nur noch um die Kurve fahren… Die Wasserfälle waren beeindruckend und Fabi hat einen neuen Hund für uns gefunden, der sich dort wohl auskannte und immer mutig an den steilen Hängen durchs Unterholz gelaufen ist. Mehr als die Hälfte der Strecke hat er uns begleitet, trotz Halsband war ein Besitzer nicht ausfindig zu machen (die Spanier, die Fotos von uns gemacht haben waren auch nur verwundert). Irgendwann war der Hund dann weg, wir haben uns aber ein Beispiel an ihm genommen und sind auch mal einem Trampelpfad querfeldein gefolgt. Nach ein paar hundert schwer begehbaren Metern mussten wir aber umdrehen, da der Weg einfach aufhörte. Gefallen hat es uns trotzdem.

Gestern sind Fabi und ich dann aber davon ausgegangen endlich mit unseren Jobs anzufangen: Fabi wurde wieder nicht abgeholt (sein Chef war auch telefonisch nicht zu erreichen), mein Chef hat sich erst um kurz vor neun gemeldet, dass er später nochmal anruft, falls es Arbeit gibt. Also umsonst früh aufgestanden, umsonst Frühstück gemacht, zum Dritten. Nach dem Müsli haben wir also Hangover geguckt und den Tag über nicht mehr viel gemacht. Wir waren einkaufen und bei der Post, abends hat Fabi ein bisschen am Herd experimentiert. Reis mit Mango, Möhren, Kokosnussmilch, asiatischen Gewürzen und Fleisch. Wirklich gut, nur ein bisschen viel, gibt’s heute eben nochmal ein bisschen was. Können wir die Mikrowellen hier auch mal benutzen.

So langsam wir das umsonst Aufstehen hier wirklich zum Running Gag, zumindest für Fabi. Denn der ist heute wieder schön um 6 aus den Federn, um zu erfahren, dass er erst gegen 10 abgeholt werden sollte. Warum, wussten selbst Rick und Sheree nicht genau. Später hieß es dann, er würde mit etwas Verzögerung abgeholt werden, aber, wie fast schon zu erwarten, kam überhaupt niemand. Nach den drei unerfreulichen Tagen hat Fabi jetzt die Konsequenzen gezogen und den Herbergseltern gesagt, er will einen anderen Job. Hoffentlich ist sein nächster Arbeitgeber dann etwas zuverlässiger.

Aber immerhin hatte ich heute meinen ersten richtigen Arbeitstag bei Joe. Bis zur ersten Pause um 14:30 war ich nur Gehilfe und durfte alles erledigen, was er nicht geschafft hat (1,60m und 72 Jahre). Das war auf Grund des Tempos recht entspannt. Danach durfte ich die vorher gemixte grüne und schwarze Paste an alle frisch geschnittenen Äste schmieren, damit nichts an die „Wunden“ kommt. Leider klebt das Zeug auch auf der Haut recht gut, muss ja an den Bäumen ein Jahr dran bleiben

Wieder zurück war und bin ich immer noch völlig kaputt und mal wieder zu der Erkenntnis gekommen: Schule war schon ziemlich schön und locker im Gegensatz zu 9 Stunden körperlicher Arbeit. Lange hat es zur Einsicht nicht gedauert…

Tags: , , , , , , , ,

Kategorie: Blog, Neuseeland

Über den Autor ()

Ich war 8 Monate als Work and Traveler in Neuseeland und habe darüber gebloggt. Nach dem Abi ging es mit einem Freund los, es war definitiv die bisher beste Zeit des Lebens! Ich war in fast allen Ecken Neuseelands, habe unglaublich viele nette Leute und neue Freunde kennengelernt und zur Finanzierung auf Plantagen und auf dem Bau gearbeitet. Jetzt wieder in Deutschland studiere ich in Hannover und bin Autor der meisten Beiträge auf dieser Website ;-)

Kommentare (5)

Trackback URL | Comments RSS Feed

  1. Stefan sagt:

    Early bird catches worm (oder wie hieß das nochmal?). So konntet ihr die Tage ja gut nutzen. Schöner Wasserfall, mit der Liane erinnert das an Tarzan. Aber der war, glaube ich, nie in Neuseeland.

  2. Stefen sagt:

    Oh, da gibt es jetzt ja zwei Lea’s!

  3. Lea sagt:

    Ich les jetzt auch die seite 😀

    Ist ja schön zu wissen dass ich noch ein paar Jährchen entspannen kann, bis die schule rum ist 😉

  4. Stefen sagt:

    Für das Wenden im Feldweg habe ich da einen Tipp!
    Muss aber gestehen, habe ich noch nicht selber ausprobiert.
    Musst du gucken bei:
    „Alarm für Cobra 11“

    Fabi:
    Musst du beantragen:
    Verdienstausfallentschädigungsformular.

    Frage:
    Dürft ihr nur frühstücken, wenn ihr auch Arbeit habt?

    Ihr seid ja ganz schön hart am Malochen!
    Normalerweise sehr früh, kein Wochenende und ziemlich lang…

    Freue mich für euch, dass der Zufall / das höhere Wesen, euch zu einem schönen Ausflug, mit WANDERUNG, verschafft hat.

    Lasst es euch gut gehen…

    und ’nen gut’n Appetit, aufgewärmt schneckt häufig noch besser…

  5. lea sagt:

    heeei,
    ich merk mich das mit der Schule und weiß jetzt dass ich mich noch ein bisschen entspannen kann 🙂
    3 Tage umsonst aufstehen, nciht schlecht – gute idee Fabi mit dem Arbeitsgeber wechsel

    Eure Mitbewohner seh’n nett aus

    Coco hat jetzt auch eure Seite und liest ebenfalls eure Beiträge

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Unser Special zur Corona-Zeit:

Mit dem Starterkit kannst du dich in kürzester Zeit auf deinen Auslandsaufenthalt vorbereiten. Alle wichtigen Infos, Tipps & Tricks für die Planung und Orientierung.

 

Aktion endet in:

00
Months
00
Days
00
Hours
00
Minutes
00
Seconds

Innovatives Tool für die Planung deiner Auslandszeit
 

Auslandsjob-Starterkit geschenkt

Langjährige Auslandszeit-Experten geben dir wertvolle Tipps

Checklisten, Tests & Anleitungen im Audio- und Videoformat