Unser wacher Kamerad, die Überwachungskamera

| 18. Juli 2012 | 2 Kommentare

Scheisse123 – so lautet das wlan-Passwort unseres Deutsch lernenden Hosts in Singapur, und so lässt sich auch unser Anreisetag ganz gut beschreiben. Denn irgendetwas (mutmaßlich das kambodschanische Essen, obwohl es lecker war) hat Jan und insbesondere mir ganz ordentlich auf den Magen geschlagen. Und trotz Bauchschmerzen mussten wir uns dann morgens um 7 aufmachen, und zum Flughafen fahren. Nach dem Check-In bin ich vorsorglich nochmal zu Bangkoks Flughafenarzt gedackelt, um mich überprüfen zu lassen. Ok so weit so gut, ich bekam ein paar Medikamente verschrieben, dann warteten wir noch, bis sie mir gebracht wurden. Die Zeit verstrich und der Abflug rückte näher. Als ich endlich den Kram bekam, hatten wir noch etwa 20 Minuten, um unser Gate zu finden. Jan ging es wieder besser, aber ich war noch immer recht schlapp und so hatten wir nicht gerade Mopsgeschwindigkeit drauf, zudem mussten wir fast das komplette Gebäude durchqueren. Als wir endlich da waren, winkten uns die Stewardessen am Gate hektisch zu, es stand schon „Gate closed“ zu lesen, aber wir kamen dann doch noch als letzte Passagiere noch in die Maschine. Ich hatte einen tollen Ich-bin-krank-Zettel vom Arzt bekommen und durfte daher zumindest in einen der bequemeren Sitze im vorderen Bereich.

In Singapur angekommen wussten wir – im Gegensatz zu den vorherigen Städten – zum Glück genau unseren Weg, weniger anstrengend war es für mich trotzdem nicht. Unser Gastgeber Ren stellte sich dann als sehr netter Kerl heraus, der, wie erwähnt, sogar ein bisschen Deutsch kann. Den restlichen Tag verbrachte ich aber zwecks Erholung größtenteils im Bett. Und weil‘s so toll war, den nächsten gleich auch noch. Jan war abends immerhin mit Ren und einem französischen Couchsurfer unterwegs, Essen gehen und danach in einer Art Musical-Karaoke. Dabei lernte er die angenehmen Preise für Alkohol in Singapur kennen; der Franzose bestellte ein Heineken für schlappe 14 SGD (etwa 9€). Irgendwann am Dienstag kam auch noch Fabio an, ein Couchsurfer aus Brasilien. Ein guter Typ. Ich habe das Gefühl, so gut wie jeder, der bei Couchsurfing mitmacht, ist sympathisch.

Das Marina Bay Sands Hotel, rechts zwei Supertrees, rechts unten Ren

Heute war endlich der große Tag, an dem ich mal wieder das Haus verließ. Juhu. Zwar immer noch nicht zu hundert Prozent fit, aber das war mir dann auch egal. Wir brachen zu viert auf in Richtung der Metro und fuhren ein paar Stationen. Das öffentliche Verkehrssystem in Singapur steht übrigens zu unserer Erleichterung in diametralem Gegensatz zu dem in Bangkok. Während es dort noch nicht mal einen Busplan gab, geschweige denn feste Fahrzeiten, so ist hier alles aufs deutscheste pünktlich und in Bus sowie Metro wird auf den Cent genau der verbrauchte Betrag elektronisch von einer Guthaben-Karte abgezogen. Wir stiegen dann jedenfalls aus und gingen erstmal in eine Art Indoor-Fressmeile mit einer Menge Restaurants nebeneinander. Jan und ich aßen Chicken Rice, was zu unserer großen Überraschung aus Reis und Huhn bestand. Es war aber recht lecker.  Und mittlerweile kann ich sogar ganz gut mit Stäbchen essen, nur beim Reis würde das einfach vieeeel zu lange dauern. Als Verdauungsspaziergang gingen wir danach zur Marina Bay und bestaunten die Skyline von Singapur. Direkt angrenzend sind die neu eröffneten „Gardens by the Bay“, die so neu sind, dass noch nicht mal Ren sie bisher kannte. Wie der Name sagt, sind das Gärten. Aber neben normalen Pflanzen sind dort auch einige sogenannte Supertrees, zwischen 25 und 50m hohe High-Tech-Bauwerke, die zum einen beeindruckend aussehen und zum anderen verschiedene Formen von erneuerbaren Energien erzeugen. Eine schöne Sache!

Desweiteren laufen gerade die Vorbereitungen für das jährliche Selbstbeweihräucherungsfest Singapurs, die NDP (National Day Parade), das diesjährige Motto ist “Loving Singapore our Home“. Wir haben schon überlegt, was wohl die Mottos der letzten Jahre waren, vielleicht „Loving Singapore our Place“ oder auch „Loving Singapore our City“? Der starke Patriotismus ist hier wirklich überall präsent; schon die Kleinsten werden dahingehend beeinflusst, wie öffentlich ausgestellte, von Kindern gemalte Bilder zeigen.

Was für uns auch irgendwo zwischen belustigend und beängstigend ist, sind die Schilder und Regeln hier. Man darf zum Beispiel kein Kaugummi kauen, weil das ja zur Verschmutzung der Stadt beitragen könnte. Außerdem ist es verboten, irgendwo über die Straße zu gehen, wo weder Zebrastreifen noch Ampel ist. Einige dieser Schilder kann man auch demnächst in der Galerie bestaunen. Und, was in Deutschland undenkbar wäre, hier wimmelt es überall von Überwachungskameras. Wie mein Cousin Christian über Facebook sehr treffend beschrieb, sind wir quasi „gefangen im Videonetz Singapur“ und „auf Überwachungen verewigt“. Aber das Gute daran ist, wer Jan und mich sehen will, muss sich jetzt einfach nur noch in die Server von Singapurs Regierung reinhacken. Viel Spaß dabei!

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Kategorie: Blog, On the road

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Kommentare (2)

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  1. Stefan sagt:

    Andere Länder, andere Sitten, andere Boxkämpfe anderes Essen, andere Gebühren. Wer bei uns eine Kippe wegwirft, hat noch nicht einmal ein schlechtes Gewissen – ein wenig kann ich die Leute in Singapur verstehen, die sich das ausgedacht haben. Das Kamerabild ist die Krönung.

  2. Stefen sagt:

    Schoen, dass es dir wieder gut geht! Langsam glaube ich, ihr macht nicht Sofaspringen, sondern Laenderspringen.

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