Singapur: zwischen Traditionen und Touristen(schrott)

| 23. Juli 2012 | 1 Kommentar

Wenn man den Abend vorher in der Kneipe war, darf man auch mal lange ausschlafen und erst zum Lunch aufstehen – selbst wenn man in Singapur um 23 Uhr sich auf den Heimweg macht, um die letzte Bahn zu bekommen. Taxis kosten ab Mitternacht 50% Aufschlag und zum Laufen ist es eindeutig zu weit…

Zu viert ging es also Donnerstag morgen ab zum Koreaner um die Ecke, für Fabi einen leichten Reis und für uns drei Anderen zum 16-fachen Preis ein All-you-can-eat Buffet mit Grill auf dem Tisch. Es gab eine Menge Fleischsorten und Zubereitungsarten von denen einige auch ziemlich gut waren! Fabio wollte noch Freunde besuchen, also hat uns Ren Chinatown gezeigt, wo es allen möglichen Kram für Touristen gibt, der nicht viel länger hält als bis zum Abflug oder völlig unnütz ist. Ich habe eine günstige und schöne Postkarte bekommen, leider nicht geschafft abzuschicken. Kommt mit neuseeländischer Marke!

Acala,unter anderem Schutzpatron des Jahrgangs 1993

Es gab dann aber doch noch ein bisschen was Echtes, am Ende der Straße war ein großer, bunter Tempel, aus all den schönen Schutzpatronen haben Fabi und ich den mit Abstand sympathischsten. Auf dem Weg zurück sind wir noch an einer Moschee vorbei und ich habe jede Menge dumme Schilder gefunden und fotografiert. Singapur überwacht nicht nur mit Kameras, der Staat verbietet auch alles Mögliche und plakatiert ganze U-Bahn Stationen mit Arbeitssicherheitshinweisen zu.

Freitag ging es Fabi noch nicht wirklich besser und Ren war arbeiten, ich bin also mit Fabio nach Sentosa, eine künstliche Insel im Süden, die wohl nur für Touristen mit viel Geld angelegt wurde. Casino (Einheimische müssen 100S$ Eintritt zahlen…), Universal Pictures Theme Park, Hotels, teure Läden und einen Reese‘s Laden! Nachdem wir schon in Dubai eine Reese‘s-Packung gekauft hatten, musste ich hier auch unbedingt einen Cup essen, die gibt es ja in Deutschland leider nicht. Erdnussbutter in Schokolade…. Im Süden ist dann auch noch ein Strand, mit traumhaftem Blick auf die Transportschiffe in ein paarhundert Metern. Einmal schwimmen musste ich trotzdem.

Von Ina hatte ich morgens eine E-Mail mit Singapur-Tipps bekommen, dabei war unter anderem der Zoo inklusive Night Safari. Mit der MRT (Metro) und irgendwelchen Bussen bin ich zum Glück direkt zum Zoo gekommen und war kurz nach Nachtöffnung um 19:30 Uhr (ungefähr Sonnenuntergang) da. Wohl gedacht für Bewegungslahme, gibt es einen Zug der durch einen Teil vom Zoo fährt und man einige nachtaktive Tiere sieht. Ständig bittet die Frau aus dem Lautsprecher um Ruhe, um die Tiere nicht zu verscheuchen, die Lautsprecher selber sind aber lauter, als irgendwelche Mitfahrer seien können… Ich habe viele Tiere gesehen und viele Fotos gemacht, ungefähr die Hälfte ist komplett schwarz, auf den anderen kann man Konturen erkennen. Muss ich mir die Elefanten, Tiger, Löwen und Nilpferde eben merken und ihr seht nicht sonderlich viel davon. Nach der Zugfahrt durfte ich aber auch noch zu Fuß ein paar andere Wege gehen, überraschender Weise haben das Angebot aber nicht viele wahrgenommen. Zufällig war ich dann schon um 22:45 am Ausgang (ich bin ohne Karte gelaufen und hab mich wohl ein bisschen verlaufen) und habe den letzten Bus mit Anschluss an die MRT bekommen.

Wie eigentlich jeden Abend saßen wir zu dritt in Rens Zimmer, Fabi und Ren auf ihren Betten, ich auf der Bettdecke (meine Matratze) in der Mitte des Zimmers und jeder vor seinem Laptop. Wie auch an jedem nächsten Morgen sind wir gegen 12 aufgestanden und frühestens um 14 Uhr irgendwohin weg. Fabio war die Nacht vorher nicht vom Feiern zurückgekommen, Fabi ging es immer noch nicht besser und Ren musste arbeiten, ich bin zum nächsten Punkt aus Inas Liste: Der Bukit-Timah ist ein kleines Stück Regenwald innerhalb Singapurs. Da ich kein Taxi nehmen wollte, habe ich es mit Bussen probiert, hat aber nur so halb geklappt. Nach knapp 45 Minuten Bus und etwas mehr als einer Stunde laufen war ich dann an einem Eingang: Kurze Runde und zur nächsten Bushaltestelle. Auf dem Weg zum Eingang bin ich (glaube ich) sowieso schon ein ganzes Stück durch den Wald gelaufen.

Da Holland Village fast auf dem Rückweg lag, durfte ich in den Genuss von leckerem Croissant und Baguette kommen. Wir haben jeden Tag mindestens ein Baguette gegessen, weil das Essen recht teuer ist und Baguettes noch halbwegs bezahlbar, so gut wie dort war es aber nie.

abends auf „The Bridge“

Zurück zu Hause musste Fabi Furchtbares berichten: Als die Sicherung rausgeflogen ist (wahrscheinlich wegen dem Wasserkocher um das Leitungswasser abzukochen) ist das Netzteil von Netbook kaputt gegangen! Wir sind also nochmal in die Stadt um Ersatz zu finden, unter 60S$ gab es aber nichts. Dann doch lieber erst mal Amazon versuchen. Auch wenn wir keine Adresse haben. Und Neuseeland kein eigenes Amazon. Ren hatte von seinem alten Laptop zufällig noch ein passendes Netzteil und hat es uns verkauft, damit sind wir dann doch schnell und günstig weggekommen. Einmal in der Innenstadt wollte uns Ren auch noch „the Bridge“ zeigen, Fabios Lieblingsort und Clubzentrum (bzw. eine Brücke vor den Clubs, weil die zu teuer sind). Getroffen haben wir natürlich auch Fabio, der mit uns nach Hause gekommen ist.

Tasche packen konnten wir zum Glück auf Sonntagvormittag verschieben, wir hatten endlich mal einen Weiterflug nachmittags. Bei Ren hatten wir einmal Wäsche gewaschen und den gesamten Rucksack zum Lüften ausgepackt, das war ganz praktisch, jetzt haben wir in Neuseeland noch ein paar frische Klamotten ohne bisher mit der Hand waschen zu müssen.

Am Flughafen haben wir als erstes das restliche Geld von den EZ-Link Karten (bei allen öffentlichen Verkehrsmitteln zahlt man per Karte – beim Einsteigen einmal scannen und beim Aussteigen wird der Betrag abgebucht) auszahlen lassen und dafür ewig angestanden. Das Geld war für Wasser und einen Snack in Brisbane geplant, immerhin mussten wir da am Flughafen übernachten. Aus den 11S$ wären aber nur 3 Australien Dollar geworden, weil das Umtauschen 5$ kostet. Nachdem wir erst auf unbequemen Bänken mit Armlehnen irgendwie versucht hatten, ein Bett einzurichten haben wir die großen Sofas gefunden und konnten da die paar Cracker, die Fabi noch hatte, essen. Am nächsten Morgen gab es zum Glück Frühstück im Flugzeug, wahlweise Omelette chinesischer Art oder Chicken Grill.

In Auckland angekommen mussten wir eine lange Liste von Fragen beantworten und stellten uns auf viele weitere Fragen an der Passkontrolle ein, die dann aber recht zügig lief. Es gibt strenge Kontrollen und Bestimmungen bzgl. Essen, Pflanzen und Holz (z.B. Fabis Mundtrommel), Dreck unter den Schuhen usw. Meine Jonglierbälle musste ich erst aufschneiden und dann wegen den Körnern darin abgeben. Schade eigentlich…

Mit einem Citybus sind wir Richtung Auckland zu unserem Host gefahren, sie hatte uns eine recht genaue Beschreibung geschickt. Von der Haltestelle sind wir noch etwa 30 Minuten gelaufen bis wir das Haus gefunden hatten, ein Auto stand leider nicht. Treppe hoch und geklopft, hat uns eine work&travlerin geöffnet, die nichts von uns wusste. Sie hat uns aber reingebeten und meinte, wir sollen doch auf die Bewohner warten, sie sei nur zu Besuch.

Bei so viel Zeit dort auf dem Sofa habe ich nochmal die Beschreibung gelesen, steht da doch tatsächlich „bottom flat“. Also kurz raus, unten an der Kellertür geklopft und tatsächlich, wir mussten nach hier unten. In einer lustigen Chaoswohnung sitzen wir seit zwei Stunden und warten auf Anna, da wieder nur ein Mitbewohner da war. Aber wir haben ja Internet und noch nicht so die Ahnung, wo wir morgen zum Beantragen der Steuernummern, zum Konto eröffnen, zum SIM-Karte kaufen und Auto finden hin müssen…

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Kategorie: Blog, On the road

Über den Autor ()

Ich war 8 Monate als Work and Traveler in Neuseeland und habe darüber gebloggt. Nach dem Abi ging es mit einem Freund los, es war definitiv die bisher beste Zeit des Lebens! Ich war in fast allen Ecken Neuseelands, habe unglaublich viele nette Leute und neue Freunde kennengelernt und zur Finanzierung auf Plantagen und auf dem Bau gearbeitet. Jetzt wieder in Deutschland studiere ich in Hannover und bin Autor der meisten Beiträge auf dieser Website ;-)

Kommentare (1)

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  1. Stefen sagt:

    Wie immer, sehr beeindruckend!
    Wie immer, sehr fesselnd geschrieben!
    Dank Lea, haben wir jetzt auch im Urlaub wlan, also Kontakt zu euch.
    Mit den Bilder können wir hier wahrscheinlich Preise in der Zeitung gewinnen.
    Gina hat vieles wiedererkannt, von dem du berichtet hast.
    Eure Hirne müssen bald überquillen, bei so vielen unterschiedlichen kulturellen Eindrücken.
    Eure Körper müssen verrückt spielen, bei so vielen unterschiedlichen Klimazonen.
    Eure Mägen …, da war schon was…
    Viel Erfolg bei eurem „Hauptziel“

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