Sommer, Sonne und (k)ein Weihnachtsmarkt

| 3. Dezember 2012 | 3 Kommentare

Der neue Job ist nicht mehr neu, heute hat die zweite Woche zum Glück wieder recht entspannt angefangen. Ganz locker war der Anfang aber nicht – um 7.00 sollten wir an der Uni sein, Mark von unserer Agentur hatte uns extra eine Karte ausgedruckt, da gibt’s ja ein paar Gebäude.

Daryl, bei dem wir uns melden sollten, war nicht in seinem Büro, die Sekretären ließ uns davor warten und versprach, dass er gleich kommen würde. Etwa 20 Minuten später kam er von der Baustelle zu uns, erwartete aber gar keine Arbeiter. Und die Handynummer auf unserem Zettel war gar nicht seine. Ob wir denn schon die Sicherheitseinführung besucht hätten? Er hat dann alle möglichen Leute angerufen und schließlich zu einem anderen Büro auf der anderen Seite des Unigeländes geschickt: „Das ist ein anderer Daryl. Da läuft man ein paar Minuten hin, wenn ihr aber nicht in zwei da seid, seit ihr euren Job schon wieder los bevor er überhaupt angefangen hat.“ Wir sind also losgelaufen und haben die Einführung mit 15 anderen neuen Arbeitern noch halbwegs mitbekommen. Die Baustelle ist deutlich größer als unsere vorherigen, über 300 Leute sind hier jeden Tag unterwegs. Alle neuen sollten anschließend von den jeweiligen Chefs abgeholt werden, wir waren natürlich die einzigen, die übrig blieben. Zurück in der Nähe vom ersten Büro haben wir dann aber Mike, unseren Chef gefunden, der total locker drauf ist und die Pausenzeiten gerne verdoppelt.

mit vollem Einsatz bei der Arbet

Mit einem elektrischen Fuchsschwanz schneiden wir seit einer Woche Heizungsrohre mitsamt Isolierung aus einem Hochhaus, das kernsaniert werden soll. Hängt irgendwie auch mit dem Erdbeben zusammen. Mit fahrbaren Gerüsten oder elektrischen Hebewagen fahren wir jeden Tag unter die Decken und schneiden ein bisschen, warten lange bis das Wasser abgelaufen ist und schneiden dann wieder ein wenig. Wirklich entspannt. Nur die schwarze Brühe, die in den Rohren schwimmt, geht nicht immer in die dafür vorgesehenen Eimer. Öfter landet mal was auf dem Boden, manchmal auch im Gesicht. Fabi wurde schon zum All-black, die schwarze Farbe ist recht hartnäckig und geht nicht so einfach wieder ab…

Wir haben also wieder ein paar Spielzeuge, keinen Stress und nette Kollegen. Dazu sind wir nicht mehr die untersten in der Baustellenhierarchie, es gibt eine Menge ‚Labourer‘, die unseren Dreck aufräumen müssen. Ein schönes Gefühl. Das man aber auch ganz schnell wieder raus ist, haben wir heute mitbekommen. Ein Schweißer hat seine Arbeit nicht wirklich gut gemacht, die neuen Heizungsrohre waren ganz schön krumm. Er hat dann kurz nach Arbeitsbeginn erfahren, dass der Feierabend für ihn früher ist – mit anschließendem unbezahlten Urlaub.

Unter der Woche ist meistens nicht mehr viel los, die Arbeit lässt nicht mehr viel Raum. Letzte Woche sind dann aber gleich zwei Pakete angekommen, eine nette fast-Überraschung! Fabis Post kam ein bisschen früher, dafür wartet er noch viel länger mit dem Auspacken – bis Weihnachten! Ich habe dann doch lieber gleich aufgerissen, der Inhalt ließ sich erahnen. Ich habe endlich wieder Jonglierbälle!  Dazu gab es noch ein paar Marzipankartoffeln (die leider in weniger als einer Stunde leer waren) und Fertig-Milchreis, wie gewünscht.

Freitagabend bin ich wieder Fußball spielen gewesen, gegen eine weniger gute Mannschaft haben wir ohne Torwart gespielt und deutlich gewonnen. Bisher sind wir in der Liga ohne Punktverlust, die Endspiele sind am 14.12., unserem letzten Arbeitstag und kurz vor Abreise. Vielleicht lässt sich da noch was gewinnen!

Im Internet habe ich nach dem Sport dann noch was Schönes für die anderen zwei für Samstag gefunden, Weihnachtsmarkt in der City. Ich bin zwar kein Weihnachtsfan, angucken wollte ich mir den trotzdem. In der Stadt war die Straße gesperrt (liegt in der Redzone, der Bereich, der wegen dem Erdbeben immer noch gesperrt ist. Rings rum war auch nichts los…

Ich habe also nochmal auf dem Handy nachgeguckt, da stand aber dieser Straßenname. Leider war’s ein anderes Christchurch, dass diese Auswanderer ihre neuen Städte auch immer nach ihrer alten Heimat benennen müssen. Irgendwo in England war jedenfalls Weihnachtsmarkt. Zum Glück hatten wir auch für danach geplant, nach dem Einkaufen wollten wir ins Kino und auch endlich den neuen 007 sehen. Hier ist der erst fünf Wochen später veröffentlicht worden, der Film war aber genauso gut. Auf dem Weg dahin haben wir spontan Sam (der Engländer, den wir in Tauranga getroffen haben und mit dem wir hier schon Fußball gespielt haben) angerufen, ob er denn nicht mitkommen will. Er hatte grade nichts vor und saß zwei Minuten später mit im Van (bzw. lag zwischen den Einkäufen hinten drin).  Um uns für sein Essen die Woche davor zu revanchieren gab es danach für alle Essen bei uns. Leider war unser Vermieter auch grade wieder nach Hause gekommen, das Wohnzimmer also belegt und ein großes Kartenspiel für ‚the bearded man‘ auch nicht parat.

Nachdem wir Sam zurück zu seinem Hostel gefahren hatten bin ich mal wieder Auto putzen gefahren, beim Pak’nSave gibt es einen kostenlosen Schlauch. Öl und Wasser wurde auch mal wieder nachgefüllt, das hatten wir die letzten Wochen ein bisschen vergessen zu kontrollieren und die Kontrollleuchte ab und zu gewarnt.

Gestern war vom Wetter her der beste Tag in Neuseeland. 25 Grad und Sonne (gefühlt noch viel wärmer, die Sonne scheint hier scheinbar viel stärker), von zu Hause haben wir Schneebilder geschickt bekommen. Wie gut, dass wir hier sind! Mittags gab es ganz besonderes Essen, Fabi hatte sich ein Rezept für Geschnetzeltes aus dem Internet gesucht und wir vorher extra Bandnudeln gekauft. Fantastisches Wochenende.

Da Kaddo leider schon morgen früh Richtung Süden aufbricht um ein bisschen Geld zu verdienen, gehen wir jetzt zum Abschieds-Eisessen beim Tip-Top nebenan. Samstag haben wir schon festgestellt, wie unglaublich gut das Eis da ist, Kristinas Tipp hat sich bestätigt. Eine Schande, dass wir das erst so spät probiert haben

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Kategorie: Blog, Neuseeland

Über den Autor ()

Ich war 8 Monate als Work and Traveler in Neuseeland und habe darüber gebloggt. Nach dem Abi ging es mit einem Freund los, es war definitiv die bisher beste Zeit des Lebens! Ich war in fast allen Ecken Neuseelands, habe unglaublich viele nette Leute und neue Freunde kennengelernt und zur Finanzierung auf Plantagen und auf dem Bau gearbeitet. Jetzt wieder in Deutschland studiere ich in Hannover und bin Autor der meisten Beiträge auf dieser Website ;-)

Kommentare (3)

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  1. Lea sagt:

    Unser Weihnachtsmark hat schon seit einer Woche eröffnet und ist wie jedes Jahr kleiner als der in Frankfurt,
    aber trotzdem toll – um Geschenke zu finden

    Jedoch fällt das Geschenke finden dieses Jahr leichter,
    da du Jan leider nicht da bist 😉

    Habt eine schöne Weihnachtszeit

  2. Stefen sagt:

    Überraschungsweihnachtspaket im November
    und dann steht auch noch draußen drauf was drin ist…,
    dann muss man ja auspacken
    – volles Verständniss!

    Vielleicht erinnern sich einige der Blockleser noch an einen meiner ersten Kommentare zu „Jan’s Rucksack“:
    Da ging es um eine Mammutjacke, die zu hause über dem Stuhl hing / hängt.
    Mein Kommentar bezog sich auf das Nachschicken.
    Es gibt für 1kg einen Preis.
    Es gibt für 2kg einen Preis.
    Doch 1 + 1 gibt in Neuseeland nicht 2.
    So ist es denn sinnvoll, statt 1 Paket lieber zwei zu schicken.

    Jan hat Fertig-Michreis bestellt
    – sollte er bekommen,
    – in großen Mengen!

    Leider muss ich feststellen:
    1 + 1 = 1

    Lieber Jan,
    eine traurige Nachricht:
    Leider muss ich dir mitteilen:
    Da fehlt noch was!

    Offensichtlich ist dein zweites Paket anderweitig aufgegessen worden…

    Zu dem bestellten Fertig-Milchreis gab es noch ein paar weiter Zugaben.

    Das wichtigste Paket, mit dem Milchreisbällen, hast du bekommen,
    – äh, meine Jonglierbälle.

    In dem zweiten Paket war, du wärst nie drauf gekomen, Fertig-Milchreis,
    mit noch ein paar weiteren kulinarischen Zugaben,
    die an dieser Stelle nicht erwähnt werden sollen,
    sonst,
    ja sonst…

    Fabi und du…,
    ihr würdet es nicht verkraften…

    Hoffe für dich, hoffe für euch,
    dass es noch kommt…

  3. Stefan sagt:

    Wäre bestimmt ungewohnt gewesen, auf einem Weihnachtsmarkt im T-Shirt herumzulaufen. 007 hingegen kann man sich zu jeder Jahreszeit angucken (wobei ich ihn noch gar nicht gesehen habe, mache ich aber noch).

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