Action-Alarm auf dem Affenbrotbaum

| 12. November 2012 | 4 Kommentare

So, es ist mal wieder Zeit für ein Geschehnis-Update von den zwei malochenden Bagaluten aus Mittelerde. Wie man dem vorigen Blogeintrag oder auch dem vorigen Satz entnehmen kann, arbeiten wir zurzeit, um unsere schmalen Backpackergeldbeutel ein wenig aufzufüllen. Und der Job ist auf jeden Fall einer der besten, die wir bisher hatten: Wir arbeiten in einer Palettenfabrik. Dort – oh Wunder – stellen wir Paletten her, bzw. machen einzelne Teilschritte des Bauvorgangs. Aber der Reihe nach.

Am Donnerstag, unserem ersten Tag, wurden wir zunächst vom Supervisor herumgeführt, mussten die Sicherheitsvorschriften unterschreiben und konnten dann quasi gleich loslegen. Wir sind in zwei unterschiedlichen Teilen der Fabrik… Moment, der Begriff Fabrik erweckt eigentlich einen falschen Eindruck. Es handelt sich eher um mehrere Hallen mit großen, immer offenen Toren, sodass man das Gefühl hat, halb im Freien zu arbeiten, was ziemlich angenehm ist. Also nochmal, wir sind in zwei unterschiedlichen Hallen und haben meistens auch verschiedene Aufgaben. Ich musste am Anfang erstmal lernen, wie man eine Nagelpistole bedient, was nicht besonders schwer ist. Und dann habe ich ein paar Stunden lang aus jeweils einem Brett und zwei Holzklötzen bestehende Träger für eine bestimmte Sorte Paletten gebaut. Mäßig spannend. Gut war allerdings, dass wir die ganze Zeit laut über die recht guten Boxen einen Rock-Radiosender gehört haben. In der Pause (es gibt zwei fünfzehnminütige und eine halbstündige) habe ich dann erfahren, dass es bei Jan noch deutlich mäßiger aussah als bei mir, denn er musste die ganze Zeit nur lange Holzbretter in eine Schneidemaschine schieben und bei ihm lief ein weniger guter Radio-Kanal. Aber im Laufe des Tages bekamen wir dann noch ein paar andere Aufgaben, das machte die ganze Sache zumindest ein bisschen interessant. Interessant sind auch einige unserer Arbeitskollegen, besonders hervorzuheben ist wohl Jans Vorarbeiter Chris. Er ist etwa 30, hört Metal, hat verblüffende Ähnlichkeit mit dem System of a Down-Sänger Serj Tankian, ein riesiges Jägermeister-Tattoo quer über dem Rücken und ist sehr nett. Die meisten anderen sind nicht ganz so spektakulär zu beschreiben, aber nicht weniger nett. Der nächste Tag gestaltete sich recht ähnlich wie der davor, mit dem Unterschied, dass er, wie jeder Freitag, statt um 16.30 Uhr schon um zwei vorbei war.

Kino Christchurch: Hier läuft der neue Bond-Film wohl nicht.

Für Samstag hatte uns Chris, ein früherer Arbeitskollege von Jan, zum Angeln eingeladen. Nur um Verwirrung vorzubeugen, es ist weder der Chris, mit dem wir beim Rugby waren, noch Jägermeister-Chris. Ein dritter also, nennen wir ihn einfach Fisch-Chris. Jan, Kaddo und ich machten uns mittags auf den vierzig Kilometer langen Weg zu ihm und kamen nach gefühlten fünfzig Kilometern Schotterpiste auch endlich an. Wir sagten kurz seiner Frau und seinem Kind Hallo und Tschüss und entschwanden dann in Richtung des Sees, von dem Chris gehört hatte, dass darin Fische leben. Aber vorher machten wir noch Halt beim Supermarkt und kauften dort Angelscheine. Im Supermarkt?! Ja, im Supermarkt, lustig aber wahr. Ich war sowieso nicht scharf aufs Angeln und kaufte daher auch keine Lizenz. Aber Jan und Kaddo versuchten sich dann ein paar Stunden am See mit Chris‘ Angeln. Mit unterwältigendem Erfolg! Wir fingen leider außer Algen absolut nichts. Aber auch wenn wir dadurch nicht mit Fisch-Chris Fisch kross braten konnten, blieben wir noch den ganzen Abend bei ihm und seiner Frau Belinda zuhause, bekamen Pizza und Kekse, unterhielten uns und fühlten uns sehr wohl.
Am Tag darauf ging es dann nur einkaufen, in die Bücherei und ein bisschen zu Fuß durch den begehbaren Teil von Christchurchs vom Erdbeben zerstörter Innenstadt.

Kaddo hat übrigens im Moment noch keinen Job, sie ist aber schon in einer Agentur und bekommt eventuell bald etwas in einer Fabrik hier in der Nähe. Jan und ich sind ja mittlerweile in vier Agenturen registriert, was zwar leicht verwirrend ist, aber wirklich ein probates Mittel, um als Backpacker an Jobs zu kommen. Das Anmelden dauert meist nur etwa eine Stunde und lohnt sich wirklich.
Heute war außerdem unser dritter Arbeitstag und mittlerweile kennen wir eine Menge verschiedener Arbeitsschritte, können viele Arten von Paletten herstellen und tauchen immer tiefer in die Welt der Paletten ein: „Oh guck mal, was für eine schöne Blume. Machen wir eine Palette daraus.“

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Kategorie: Blog, Neuseeland

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Kommentare (4)

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  1. Tillmann sagt:

    Schön das ihr so ein tolle Unterkunft und Job habt 🙂
    Wollt ihr dann die 5 Wochen in der Paletten Fabrik durcharbeiten?
    Oder könnt ihr einfach zum nächsten Tag kündigen wenn es etwas besseres gibt?

    Grüße aus dem nebeligen Deutschland

    Tillmänn

    • Fabian sagt:

      Hi T-Man! Ja, im Moment planen wir, solange wir in Chch sind, Paletten zu machen. Aber falls sich ein guter, langfristiger, besser bezahlter Job für uns beide auftut, wäre es auch kein großes Problem einfach zu wechseln.

      Cheers (wie man hier immer sagt)!

  2. Stefan sagt:

    Mich würde interessieren, ob Jägermeister-Chris regelmäßig Geld überwiesen bekommt – oder ob er sich das Tattoo volltrunken (aufgrund übermäßigen Kräuterlikörgenusses) hat stechen lassen. Einen anderen Grund kann ich mir einfach nicht vorstellen.

  3. Marika sagt:

    Lustig 😀 Ihr wirkt irgendwie ein wenig Paletten verrückt 😉 „Palette hier, Palette da, Palette überall“

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