Drei Tage Wandern: Abel Tasman Coastal Track

| 6. März 2013 | 3 Kommentare

Ursprünglich wollte ich auf jeden Fall spätestens am Sonntag von Christchurch und der Salatfarm weg sein, es hat mir dann aber doch wirklich gut gefallen mit den anderen Arbeitern und ich bin noch eine Nacht geblieben, am Montag wollte ich dann mit Kaddo und Louis einen Schulfreund von Kaddo treffen, der ein Auto hatte. Die Bremsen zu reparieren hat leider länger gedauert, Gero hat uns Dienstagmorgen abgeholt. Wir wollten zu viert in Richtung Abel Tasman National Park, eines der bekanntesten Touristenziele mit Wanderwegen direkt an der Küste. Nach Großeinkauf und alles-irgendwie-ins-Auto-stopfen sind wir nach Kaikura gefahren, ein paar Kilometer dahinter erst noch Robben am Meer angeguckt und dann auf dem kostenlosen Campingplatz auf der anderen Straßenseite gecampt. Gero hat eine Matratze im Auto, für uns drei andere wurde es mal wieder recht unbequem auf dem Zeltboden.

Mittwoch sind wir bis nach Nelson, der letzten größeren Stadt vor dem Nationalpark, gefahren und waren von den Hostels erstaunt: So viele Gratisangebote gab es noch nie! Wir wollten zumindest eine Nacht komfortabel schlafen, im Paradiso-Hostel gab es abends Suppe, morgens Frühstücksbuffet, einen Pool, Whirlpool, Sauna und freies Internet. So viel Komfort hat uns überwältigt und dann gleich um eine Nacht verlängern lassen, dadurch mussten wir Freitag schon um kurz nach sechs los fahren.

Donnerstag haben wir in der Information in Nelson die Campingplätze für den Abel Tasman gebucht, wir hatten drei Tage für die 32km geplant. Da der Track direkt an der Küste läuft, kann man auch mit dem Kajak fahren und an den vielen Stränden anhalten, das wollten sich die anderen drei natürlich nicht entgehen lassen. Ich war ja schon mit Fabi und den zwei Amerikanern für einen Tag Kajakfahren dort gewesen, bin aber auch nochmal mit.

Sonnenaufgang am Sonntagmorgen, mein Blick aus dem Zelt

Sonnenaufgang am Sonntagmorgen, mein Blick aus dem Zelt

Wie wir immer wieder feststellen, ist Neuseeland unglaublich klein und man trifft alle möglichen Leute wieder. Im Paradiso haben wir Samy und Nils getroffen, die wir in Tauranga vor sieben Monaten kennengelernt hatten. Von Samy hatten wir die Neuseeland-Weisheit „Man trifft sich immer zweimal im Leben, nur in Neuseeland nicht, da dreimal“ gelernt, nach Christchurch war hier also Nummer drei.

Nach Frühstück am Buffet sind wir Freitag von Nelson zum Kajak-Verleih gefahren und nach ein paar Einweisungen in Richtung Anchorage aufgebrochen, unserem ersten Campingplatz. Da die Küste am Meisten zum Bestaunen bietet, sind wir meistens dicht daneben gepaddelt, haben an ein paar Stränden Pause gemacht undgebadet, Robben am Strand und um unsere Kajaks zugeguckt und sind durch die „Dead Mile“ mit ordentlichen Wellen gefahren. In Anchorage haben wir angelegt, Gero und ich unser Kajak abgegeben und unser Zelt aufgebaut. Kaddo und Louis wollten möglichst wenig laufen, hatten also auch für den nächsten Tag das Kajak gebucht. Abends hat ein Freund von Louis, zufällig neben uns sein Zelt aufgebaut, Clemens war auch auf dem Coastal Track unterwegs.

Da keiner von uns vieren einen Topf hatte, haben wir keinen Kocher mitgenommen und vorher viel Essen gekauft. Mit Gero zusammen habe ich vier Packungen Toast, Erdnussbutter, Marmelade und viel Obst mitgenommen. Um das Gewicht vom Rucksack möglichst gering zu halten, habe ich nur eine lange Hose, ein T-Shirt und die Badehose mitgenommen. Da es nur wenige Stellen mit Trinkwasser gibt, mussten wir leider zwei Liter Wasser pro Person tragen, das Zelt konnten wir aber im Kajak von Kaddo und Louis verstauen, die wir abends wieder treffen wollten. Der Campingplatz war auch wieder direkt am Strand, wo wir eine kleine Höhle gefunden haben, in der eine Menge Glühwürmchen hingen. Das Essen ging leider langsam zur Neige, wir hätten doch eher sechs Packungen Toast wie ursprünglich geplant mitnehmen sollen. Für Sonntag gab es nur noch Frühstück.

eine Bucht von vielen...

eine Bucht von vielen…

Da es zwei Teilstrecken gibt, die man nur bei Ebbe laufen kann, mussten wir wieder früh aufstehen und schon um sieben loslaufen. Dadurch waren wir recht früh in Totaranui, von wo Gero ein Wassertaxi zurück zum Start gebucht hatte. Er hat von da sein Auto geholt, ist einmal um den Nationalpark drumherum gefahren und hat uns abgeholt.

Ich war bisher definitiv kein großer Fan von Wanderungen, entweder das hat sich geändert oder der Abel Tasman Coastal Track ist einfach so unglaublich schön, dass ich es vergessen habe. Vermutlich ist es aber eher eine Mischung aus beidem, wir hatten jedenfalls eine Menge Spaß. Totaranui ist zwar für die meisten Besucher der Zielort, die eigentliche Strecke geht aber noch 14 Kilometer länger.

Mit Clemens bin ich los, die komplette Strecke zu laufen, wir mussten uns nur beeilen, um rechtzeitig wieder da zu sein, wenn Gero zurück kommt. Dafür konnten wir fast das gesamte Gepäck bei Kaddo und Louis lassen, Essen für den Weg hatten wir ja auch nicht mehr.

Es war mittlerweile Flut und es gab eine weitere Stelle, die nur bei Ebbe gequert werden kann, wir haben alles außer der Badehose in Clemens Rucksack gepackt und den auf dem Kopf durch das Wasser getragen. Geplant war eigentlich, auf dem Rücken schwimmend den Rucksack über Wasser zu halten, wir konnten aber grade so stehen. Es gab unterwegs noch ein paar Aussichtspunkte und Umwege, die Clemens alle mitnehmen wollte, ich bin am Ende auf über 30 Kilometer gekommen, wobei wir am Ende joggen mussten, um rechtzeitig zurück zu sein. Wir waren dann beide völlig kaputt und froh, dass die nächste Nacht wieder auf einer Matratze war und nicht auf dem Boden.

Ebbe am letzten Abend, kurz bevor Clemens und ich endlich zurück waren

Ebbe am letzten Abend im Abel Tasman, kurz bevor Clemens und ich endlich zurück waren

In Motueka haben wir erst einen Laden und dann ein Hostel gefunden und da nur noch gegessen und geschlafen, Montag sind wir zurück Richtung Christchurch über den Lewis-Pass gefahren und haben unterwegs Louis abgesetzt, der die Westküste lang trampen wollte. Durch unsere vorherige Tramping-Erfahrung hatten Kaddo und ich beschlossen, jeden Tramper mitzunehmen, kurz nachdem wieder Platz im Auto war, haben wir auch schon zwei neue mitgenommen. In Waipara gab es ein günstiges BBH-Hostel, in dem wir übernachtet haben, als die neuseeländische Eisenbahn vor einigen Jahren ihre alten Schlafwagen loswerden wollte, hat hier jemand einige gekauft und als Hostel umfunktioniert. Die Küche war in einer alten Bahnhofshalle, überall standen alte Schilder rum. Nur war es recht kalt in den Waggons und die Duschen leider auch. Zum Frühstück gab es in der Küche frisches Brot, Eier und Tomaten aus dem Garten und Gewürze vor der Tür, was wir uns natürlich nicht entgehen lassen haben. Gero und Kaddo haben mich zum Flughafen gefahren, wir haben noch bis 13 Uhr das Internet im Maccas ein paar Kilometer davor genutzt und haben uns dann verabschiedet. Es war zwar schon der 5. März in Neuseeland, aber noch ein bisschen früh zu Hause, dewegen jetzt hier alles Gute zum 80. an den besten Opa! Zum Glück wird ja später nochmal gefeiert

Die Flughäfen sind hier ein bisschen kleiner, ich hatte Check-in 20 Minuten vor Abflug, um 13:35 ging es dann schon los. Mein Handgepäck war natürlich wieder viel zu groß und schwer, diesmal wurde es auch bemerkt. Ich konnte den Rucksack aber kostenlos bei den Koffern mitfliegen lassen. Komplett ohne Handgepäck und barfuß bin ich dann ins Flugzeug, das scheint selbst hier ungewöhnlich zu sein…

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Kategorie: Blog, Neuseeland

Über den Autor ()

Ich war 8 Monate als Work and Traveler in Neuseeland und habe darüber gebloggt. Nach dem Abi ging es mit einem Freund los, es war definitiv die bisher beste Zeit des Lebens! Ich war in fast allen Ecken Neuseelands, habe unglaublich viele nette Leute und neue Freunde kennengelernt und zur Finanzierung auf Plantagen und auf dem Bau gearbeitet. Jetzt wieder in Deutschland studiere ich in Hannover und bin Autor der meisten Beiträge auf dieser Website ;-)

Kommentare (3)

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  1. Opa Friedel sagt:

    Vielen Dank für Deine Glückwünsche

  2. Lea sagt:

    So einen Blick hätte ich auch gerne nach dem Aufstehen, doch ich sehe nur Frost auf den Gräsern.

  3. Stefen sagt:

    Einfach unglaublich…!!!

    Unvorstellbar schöne Bilder,
    unvorstellbar, dass du da 55km langgelaufen bist,
    so einen Blick aus dem Zelt, vergisst du bestimmt dein ganzes Leben nicht mehr…

    …barfuss im Flugzeug:
    Bin gespannt, wie es mit dir weitergeht…

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