Von mehr und weniger schlauen Schafen

| 2. Oktober 2012 | 3 Kommentare

In der Mittelkonsole war sie, zwischen den beiden Sitzen. Nils hatte uns eine Menge Orte makiert, die lohnenswert sind, sodass wir wohl zum ersten Mal wirklich einen ungefähren Plan für die nächsten Wochen haben, wo wir unterwegs seien werden. Die Karte schlug also den Cannibal Bay als Tagesziel vor, vorher waren wir noch für ein Foto am Kaka Point. Da das Wetter sich für einige Tage Regen entschieden hatte und wir nicht direkt vor einem ’no camping‘ Schild die Nacht verbringen wollten, sind wir an den Kannibalen vorbei ohne sie zu sehen und sind neben einer Straßenkreuzung stehen geblieben.

Da weit und breit keine Toilette vorhanden war (es war dazu auch dunkel und regnerisch, ich hätte sie wohl eh nicht gesehen), bin ich eben unter die Brücke nebenan. Am nächsten Morgen mussten wir unseren Schlafplatz dann fluchtartig verlassen, als Kiwis mit ihrem Boot zum Anleger an den Fluss sind – direkt unter der Brücke. Den hatte ich wohl übersehen…

Nun gut, waren wir eben ein bisschen früher bei den Purakanaui Falls und hatten jetzt sogar ein Plumpsklo. Die Wasserfälle waren  nicht ganz so groß wie erwartet, aber sehenswert. Im Gegensatz zu den Niagarafällen Neuseelands, die wir kurz danach noch mitgenommen haben. Maximal zwei Meter ist das Wasser gefallen. Eher in Erinnerung wird wohl das Anschieben bleiben, ich hatte unseren Van mal wieder in die Matsche gefahren. Zusammen mit Jannik und Kaddo hat Fabi geschoben, ein Neuseeländer uns zugeguckt und wir waren wieder unterwegs. Erst bei Nils im Garten mussten wir beide Vans schieben, weil der Rasen noch ziemlich feucht und weich war…

hier standen wir noch im Trockenen…

Wir wollten zur Purpose Bay, an der es Delfine geben sollte. Unterwegs stoppten uns anfangs fünf, bald nur noch drei Schafe. Sie waren wohl aus ihrer Weide ausgebrochen und kamen nicht mehr zurück und standen vor unseren Vans auf der Straße. Leider hatten sie zu viel Angst vor uns und zu wenig Intelligenz, um an den Rand zu laufen. So haben sie den 800 Meter Sprint gegen  die Vans gewonnen, anschließend aber die Königsdisziplin über 100m gegen mich verloren. Durch gutes Training fürs Abi (Danke Anna) war ich auch ohne Spikes noch in der Lage, die Schafe zu überholen, von der anderen Seite zu erschrecken und dann hinter unsere Vans zu treiben. Leider war ich danach ziemlich außer Puste und meine Jacke ordentlich dreckig…

Die versprochenen Delfine gab es nicht, dafür einen schönen Campingplatz und Küste. Durch den starken Wind sind riesige Wellen auf die Felsen getroffen, durch die es noch größere Fontänen gab. Wir sind immer näher ran an die Kante, für ein Foto zusammen mit Jannik auf einen Stein direkt am Meer – gaanz sicher trocken. Nur leider nicht, als wir fürs Foto drauf standen.

In einer Hütte vor Wind und Regen geschützt gab es mal wieder Nudeln und auf den Toiletten vom Campingplatz Wasser zum Spülen. Der Eigentümer hat uns noch zu dem Fossil Forest geschickt, an dem vor vielen Jahren ein Wald umgeklappt ist und durch die Asche von einem Vulkan in der Nähe versteinert ist. Bei Ebbe kann man auf dem Wald laufen und noch Stämme, Äste und Baumringe sehen. Noch bevor wir aber wirklich am Strand waren, kam ein sehr lautes Piepen aus dem Gebüsch, alle Touristen mit großen Kameras (ausnahmsweise Asiaten) waren sofort vor Ort und wir durften auch kurz danach einen Pinguin aus der Nähe beobachten. Anstatt zu fliehen ist der Pinguin vor uns gelaufen und eher näher gekommen, die vielen Besucher haben wohl hier schon einiges durcheinander gebracht.

versteinerter Ast im Fossil Forest

Um ein bisschen Geld zu sparen sind wir abends weitergefahren und haben nach 13 Kilometern Schotterpiste einen schönen Platz für die Nacht, direkt neben der örtlichen Recyclingstelle von Tokanui, gefunden. Auf dem Weg dorthin waren wieder zwei Schafe vor uns, zum Glück waren die aber schlau genug, um an der Seite zu warten, während wir vorbei sind.

Morgens haben wir zum doppelten Preis Milch in dem einzigen Geschäft im Ort gekauft, außer Müsli hatten wir kein Essen mehr an Bord. Nach dem Frühstück ging es weiter nach Invercargill ganz im Süden. Das Wetter ist leider immer noch nicht besser und für die nächsten Tage auch nicht angesagt. Hier unten stürmt es ganz ordentlich, viel gesehen haben wir noch nicht. Wir waren aber wieder im Schwimmbad (Dusche), in der Bücherei (Internet) und parken jetzt bei Pak ’n Save (Toilette, Parkplatz zum Campen, Milch fürs Frühstück).  Morgen müssen wir noch zur Post, um die Registration für das Auto zu erneuern und zum Warehouse Kühlflüssigkeit fürs Auto suchen. Wir kontrollieren brav regelmäßig Wasser und Öl, leider scheint es ein kleines Leck zu geben. Und jedes Mal Leitungswasser nachfüllen wird wohl auch nicht klappen…

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Kategorie: Blog, Neuseeland

Über den Autor ()

Ich war 8 Monate als Work and Traveler in Neuseeland und habe darüber gebloggt. Nach dem Abi ging es mit einem Freund los, es war definitiv die bisher beste Zeit des Lebens! Ich war in fast allen Ecken Neuseelands, habe unglaublich viele nette Leute und neue Freunde kennengelernt und zur Finanzierung auf Plantagen und auf dem Bau gearbeitet. Jetzt wieder in Deutschland studiere ich in Hannover und bin Autor der meisten Beiträge auf dieser Website ;-)

Kommentare (3)

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  1. Stefen sagt:

    Bei den tollen Zielen und dem kalten Wetter, werdet ihr im Sommer das nochmals alles ansteuern?

    Sprints sind sowohl für ein gutes Fußballspiel, als auch für ein anspruchsvolles Badmintonspiel von Vorteil, dass sie auch zur Schafzucht notwendig sind, weiß ich ab jetzt auch…

  2. Lea sagt:

    Nicht alle Schafe sind schlau … ein Glück für euch, dass Anna mit dir trainiert hat, Jan 🙂 sonst würdest ihr immer noch hinter Schafen fahren 🙂

  3. Stefan sagt:

    Der Aufenthalt bei Nils hat sich wohl gelohnt – eure Tour führt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten. Noch weiter südlich geht es jetzt ja nicht mehr, es sei denn, ihr wollt nach Stewart Island übersetzen. Auf jeden Fall gibt es da noch mehr Natur, ich habe gelesen, dass die Insel so groß wie das Saarland ist, aber nur 600 Menschen dort leben.

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