Trampen in Neuseeland? Erfolgreich!

| 30. Januar 2013 | 3 Kommentare

Am Campingplatz bei Kaitaia gab es leider keine wirklich gute Stelle, wo irgendwelche netten Leute anhalten könnten, um mich mit zu nehmen. Ich stand also auf dem Highway mit Daumen draußen, mitgenommen wurde ich dann aber von anderen Campern, die auch dem Campingplatz waren. Mein erster ‚lift‘ war also organisiert, eine Kiwi-Familie war im Sommerurlaub und auf dem Weg von Campingplatz zu Campingplatz. Wir waren noch ein bisschen langsamer unterwegs als mit unserem Van, hinten war noch ein Wohnwagen dran. Nach 100 Kilometern musste ich nach einem neuen Fahrer Ausschau halten, innerhalb von drei Minuten hatte mich der nächste Kiwi eingesammelt. Als Kurierfahrer war er auf dem Weg nach Süden, ich bin also für eine Stunde mit. An einem Cafe hat er mich rausgelassen, ich habe mir erst mal ein Sandwich gegönnt und an der Theke schon meine Weiterfahrt organisiert. Ein 78 jähriger Mann hatte vor ein paar Jahren seine Frau verloren und seine Kinder sind nicht mehr in Neuseeland, er fährt also seitdem Backpacker durch Neuseeland. Er mag gerne junge Leute und sonst wäre er ja so einsam. Ich wurde also direkt nach Auckland gefahren, von dort ist mein Fahrer dann wieder nach Hause. Mit Sicherheit mit einem anderen Backpacker.

auf Mt Taranaki

auf Mt Taranaki

In Neuseelands Hauptstadt hatten wir ja erst vor kurzem Nora und Swatje getroffen, diesmal habe ich auch Swantjes Restaurant gefunden und sie an der Arbeit besucht. Noch war nichts los, ich habe mich also mit ihr und ihrer Kollegin Orsi unterhalten und wurde dann zu Orsis WG eingeladen, ein paar Tage hatte ich also sogar eine kostenlose Unterkunft. Nur eine Couchsurfing-Bewertung sollte ich doch bitte abgeben.

Die WG war bunt gemischt, insgesamt acht Leute waren wir dann, alle sehr offen und freundlich, Essen gab es abends auch. Ich habe natürlich auch die Dusche und das Internet genutzt und im Garten gesessen, während die anderen studieren und arbeiten waren. Zufällig hatte Orsi mitbekommen, dass österreichische Freunde von ihr zum Tongariro National Park wollten, also die Wanderung machen, die Fabi und ich wegen schlechtem Wetter nicht machen konnten. Ich hab natürlich zugesagt, musste dann innerhalb von vier Stunden meine Sachen packen, einkaufen und dann noch bis zu deren Wohnung kommen. Das hat nicht ganz in Zeit geklappt und in unserem Hostel beim Tongariro waren wir auch ein bisschen später, war aber in Ordnung. Zwei Argentinier haben mich zum Essen eingeladen, sie hatten zu viel gekauft.

Am nächsten Morgen sind wir um viertel vor acht mit dem Bus zum National Park gefahren und dann zu unserer zehnstündigen Wanderung aufgebrochen. Bergverrückt, wie die Österreicher nun mal sind, sind Marianne, Julia und Andi natürlich die Berge hoch gesprintet, ich habe zum Glück mithalten können. Auf der Spitze vom Mt. Tongariro haben wir eine Stunde Mittagsschlaf genommen und ich die Sonnencreme vergessen, was sich nun deutlich im Gesicht zeigt. Danach sind wir Richtung Vulkan, der noch ordentlich gequalmt hat und zu den Seen, die an Rotorua erinnern. Obwohl ich in der Regel kein großer Wanderfan bin, war der kleine Ausflug wirklich sehens –und lohnenswert! Den Abend habe ich noch mit den Argentiniern und einer Französin verbracht, die mich auch am nächsten Tag die ersten Kilometer aus dem Nichts in die nächste Stadt mitgenommen haben. Mit noch drei oder vier weiteren Autos bin ich bis nach Whangarei gekommen, wo ich im Irish Pub ein Zimmer genommen habe.

die lange weisse Wolke auf dem Tongariro Alpine Crossing

die lange weisse Wolke auf dem Tongariro Alpine Crossing

Direkt über dem Pub war ein altes Hotel zum Backpackerwohnheim umgebaut, außer den viel zu weichen war es wirklich fantastisch. Mit nur zwei Kanadiern habe ich mir das Hotel geteilt, eigener Raum für mich. Abends haben wir uns die hausgemachte Steinofenpizza gegönnt, am nächsten Morgen sind die zwei mit den Fahrrädern weiter durch Neuseeland und ich nach Tauranga. Mitgenommen zu werden war wieder kein Problem, mit drei Leuten bin ich bis nach Papamoa, kurz vor Tauranga, gekommen. Ich wollte bis zu einem Campingplatz laufen, der aber wirklich weiter entfernt war, als ich dachte. Auf dem Weg hat Jakob Früchte verkauft und mir einen Apfel zur Stärkung gegeben, ich habe erst mal Pause gemacht und erfahren, dass er in der Bell Lodge wohnt. Unsere erste Unterkunft im August. Ich bin noch kurz hinters Auto an den Strand und dann mit Jakob zur Lodge gefahren. Die Hostelbesitzer kannten mich noch und Alex, ein Freund vom letzten Besuch im August war immer noch da.

Dienstagmorgen habe ich mich mit Abbi und Joni am Mount Manganui getroffen und bin mit ihnen dann noch zum Strand in Papamoa gefahren. Als Frauen werden sie beim hitchhiken regelmäßig von den Fahrern nach Hause eingeladen, um dort für ein paar Tage zu übernachten und Essen zu bekommen. Sie haben eine Wohnung direkt am Strand erwischt, müssen aber demnächst schon wieder nach Auckland um nach Hause zu fliegen. Ich hab mich abends von den Zweien verabschiedet und bin wieder in die Bell Lodge, Schafskäsesalat und belegte Baguettes machen. So eine Küche hat man ja leider nicht im Rucksack. Daraus ist gestern nichts mehr geworden, ich bin spontan noch zu Tarentinos neustem Werk. Eben gab es dann aber die Luxusmahlzeit.

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Kategorie: Blog, Neuseeland

Über den Autor ()

Ich war 8 Monate als Work and Traveler in Neuseeland und habe darüber gebloggt. Nach dem Abi ging es mit einem Freund los, es war definitiv die bisher beste Zeit des Lebens! Ich war in fast allen Ecken Neuseelands, habe unglaublich viele nette Leute und neue Freunde kennengelernt und zur Finanzierung auf Plantagen und auf dem Bau gearbeitet. Jetzt wieder in Deutschland studiere ich in Hannover und bin Autor der meisten Beiträge auf dieser Website ;-)

Kommentare (3)

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  1. Stefan sagt:

    Sehr tramperfreundlich, die Neuseeländer. Und dass ein 78jähriger als Freizeitbeschäftigung Leute durch die Gegend kutschiert, finde ich schon originell. Gute Reise weiterhin

  2. Stefen sagt:

    Zitat Jan:
    „Zehnstündige Wanderung“
    „Berg hochgesprintet“
    „Der kleine Ausflug“

    Bei der nächten Tour bin ich dabei !!!

  3. Lea sagt:

    Hört sich so an, als ob das Reisen auch ohne Auto Spaß machen kann

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