Alfred in Queenstown

| 10. Oktober 2012 | 7 Kommentare

Da wir von Nils erfahren hatten, dass Queenstown besonders schlimm zum Wildcampen ist und es einen schönen Berg in der Nähe gibt sind wir noch am ersten Abend in Richtung Glenorchy gefahren und haben den Mount Alfred gesucht. Wir hätten wohl lieber bis zum nächsten Morgen warten sollen, das iPhone navigierte uns nicht auf dem Wanderparkplatz und die klassische Karte hat uns auch nicht weitergebracht. Internet zum nochmal nachgucken gibt’s so weit draußen natürlich nicht…

Also sind wir recht lange in der Dunkelheit rumgekurft um einen Schlafplatz zu suchen um am Ende einfach am Straßenrand einer Schotterpiste zu schlafen und hoffen, nicht erwischt zu werden. Immerhin war der nächste Morgen ein Sonntag (hatten wir nachgeguckt, welcher Tag grade ist, kann man sich einfach nicht merken), es würden wohl weniger Leute auf dem Weg zur Arbeit sein.

Fabi im Schnee

Mit vier neugierigen Schafen auf der Weide neben uns sind wir recht früh aufgestanden, um bei einem Parkplatz unterhalb des Mt. Alfred zu frühstücken. Von dem Wanderweg nach oben keine Spur, einen Trampelpfad gab es aber. Allerdings war der schon nach ein paar Metern zu Ende, die einzige Brücke in der Nähe über den Fluss war gesperrt und sah eindeutig baufällig aus. Uns blieb nichts anderes übrig, als die Brücke zu testen, sie hat uns gehalten! Noch über zwei Schafszäune geklettert waren wir auf einem Weg nach oben, wohl ein Weg für die Schafe. Überall kamen kleine Wasserfälle aus dem Berg, wir hatten ausnahmsweise gutes Wetter und konnten uns so abkühlen und Bergwasser trinken. Der Schafsweg lief dann irgendwann nicht mehr nach oben und wir mussten uns selbst einen Weg bahnen. Die Spitze schien auch nicht mehr so weit entfernt…

Als wir durch eine Menge Gestrüpp geklettert waren und auf der vermeintlichen Spitze war es doch nur ein Vorsprung und die Spitze war wieder „gar nicht so weit weg“. Das Ganze wiederholte sich einige Male, wir sind in den Schnee gekommen und zu mehr und mehr Felsen. Meine Schuhe waren natürlich sofort nass, die Laufschuhe sind zur Belüftung ja offen. Fabi hatte bald auch Wassereinbrüche, die Sonne war aber zum Glück immer noch da.

Nach vier Stunden querfeldein oder eher querfeldauf waren wir zumindest fast ganz oben (diesmal waren wir uns sicher), konnten aber wirklich nicht mehr weiter – viel zu Essen hatten wir auch nicht mit, es war immerhin nur eine zweistündige Wanderung geplant.

Wieder runter wurde mindestens so abenteuerlich wie hoch, um ein bisschen Zeit zu sparen und einen leichteren Abstieg zu haben, haben wir eine direktere und weniger bewachsene Route eingeschlagen, den Wanderweg hatten wir auch oben nicht gefunden. Die Abhänge wurden dafür umso steiler und weiter unten auch ordentlich bewachsen, sodass wir durch die Büsche mehr nach unten gestolpert und gefallen als gelaufen sind. Endlich wieder unten gab es Nudeln und dann nur noch schnell einen Schlafplatz finden…

Blick vom Mt Alfred

Direkt am Lake Wakatipu haben wir eine Bucht mit Steinstrand gefunden und das Lager aufgeschlagen. Der Sonnenuntergang vor den schneebedeckten Bergen war super und die flachen Steine zum über den See flippen auch. Fast ausgeschlafen sind wir Dienstag nach Queenstown um im Schwimmbad mal wieder zu duschen (war schon 6 Tage her!) und dabei noch den Spa-Pool zu nutzen. Schon mal in Queenstown wollten wir uns die Stadt auch mal angucken. Es gibt eine Menge Geschäfte, die Spaß und Action für viel Geld anbieten (Bungeejumping, Rafting, …) und eine Menge Läden mit Touristenartikeln. Eine Mischung aus Skidorf und Strandort, für ein paar Tage aber gar nicht schlecht und eine willkommene Abwechslung. Auf dem Weg zurück in die Innenstadt haben wir unseren ersten Tramper mitgenommen, wenn auch nur für ein paar Kilometer. Er konnte uns zu dem nächsten kostenlosen Parkplätzen bringen und verraten, wo es einen günstigen Supermarkt gibt.

Gestern waren wir hauptsächlich bei McDonalds das freie WLAN ausnutzen und noch ein bisschen in der Stadt spazieren. Die letzte Nacht haben wir zum ersten Mal auf unserer Reise legal im Van geschlafen, wir durften auf dem Maccas Parkplatz bleiben. Jetzt sitzen wir schon wieder dort, gucken nach Jobs und planen die nächsten Tage.

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Kategorie: Blog, Neuseeland

Über den Autor ()

Ich war 8 Monate als Work and Traveler in Neuseeland und habe darüber gebloggt. Nach dem Abi ging es mit einem Freund los, es war definitiv die bisher beste Zeit des Lebens! Ich war in fast allen Ecken Neuseelands, habe unglaublich viele nette Leute und neue Freunde kennengelernt und zur Finanzierung auf Plantagen und auf dem Bau gearbeitet. Jetzt wieder in Deutschland studiere ich in Hannover und bin Autor der meisten Beiträge auf dieser Website ;-)

Kommentare (7)

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  1. Kira sagt:

    Das untere Bild ist traumhaft !

  2. Stefan sagt:

    Das Bild mit dem Blick vom Mount Alfred sieht wieder so aus, als wäre es durch einen Verfremdungsfilter geschickt worden. Gut nachvollziehbar, dass der Herr der Ringe dort (oder zumindest in der Nähe) gedreht wurde. Nichtsdestoweniger toller Ausblick.

  3. Marika sagt:

    6 Tage nicht duschen… aaaah albtraum (nightmare) <— ja ich lernen gerade vokabeln 😀

    Ich würde freiwilli gin einen Bergsee springen (glaube ich)

  4. Dede sagt:

    Fabi und wandern? um es mit vellmarer slang zu sagen: „Wasndarlos?“
    sehr vorbildlich, weitermachen! wenn du wieder da bist müssen wir auch mal eine tour planen 😉

  5. Stefen sagt:

    Wenn das mit dem Wetter und euren Ausflügen so weitergeht, solltet ihr ernsthaft überlegen, ob ihr euch nicht doch noch drei Schuhe besorgt.

    Könnt ihr sicherlich auch noch zum arbeiten gebrauchen…

    Gut, dass Fabi wenigstens noch einen hat, könnt ihr ja abwechselnd benutzen…

  6. Lea sagt:

    Ihr und wandern passt nicht so gut zusammen, … 🙂
    Und das auch noch freiwilig 😉

    Schöne Fotos, und viel spaß noch

  7. carina sagt:

    Schönes Foto. 🙂

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