Work & Travel für Österreicher und Schweizer

Erfahrungen, die man während des Reisens sammelt, sind unbezahlbar und dennoch benötigt man ein paar Groschen in der Tasche, um überhaupt losziehen zu können. Auch wenn es aus österreichischer und vor allem aus schweizer Sicht etwas kompliziert erscheint, über längere Zeit in Neuseeland zu reisen und zu arbeiten, so gibt es doch etliche Möglichkeiten, sich ein Work & Travel Jahr in Mittelerde zu ermöglichen.

Wer als Tourist für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten Neuseeland erkunden will, braucht dafür kein Visum. Bei der Einreise benötigst du lediglich ein Rückflugticket, einen noch mindestens drei Monate gültigen Reisepass, sowie einen Nachweis deiner finanziellen Mittel (NZ$ 1000, ca. 600€ pro Monat).

Besuchervisumwork-and-travel-oesterreich-schweiz

Wer seinen dreimonatigen Aufenthalt verlängern möchte und über die nötigen finanziellen Mittel verfügt (Nachweis erforderlich), kann ein Besuchervisum beantragen. Dadurch wird ein Aufenthalt von neun Monaten in Neuseeland möglich, welcher nochmals um drei Monate verlängert werden kann. Das Formular für die Beantragung findest du hier: immigration.govt.nz/migrant.

Das Besuchervisum erlaubt dir nicht, legal in Neuseeland zu arbeiten. Dafür benötigst du ein Visum mit Arbeitserlaubnis, wie das Working-Holiday-Visum, wofür es jedoch ein spezielles Abkommen zwischen den Ländern geben muss.

Was es mit dem Working-Holiday-Visum auf sich hat

Die sogenannten Working-Holiday-Programme sind bilaterale Abkommen zwischen zwei Staaten. Sie ermöglichen jungen Menschen, eine bestimmte Zeit im jeweils anderen Land zu leben und zu arbeiten. Während ein solches Abkommen zwischen Österreich und Neuseeland in limitierter Form besteht, gibt es eine vergleichbare Vereinbarung mit der Schweiz bislang leider nicht. Es besteht aber Hoffnung, dass sich diese Situation zukünftig ändert.

Working-Holiday-Visum für Österreicher

Für Österreicher gibt es bisher nur 100 Visa, das sogenannte Working Holiday Sheme, die pro Jahr vergeben werden. Dafür muss man schnell sein, die Registrierung wird jeweils im April geöffnet.

Du musst mindestens 18 Jahre alt sein und nicht älter als 30 zum Zeitpunkt der Beantragung. Als finanzielle Absicherung für deinen gesamten Aufenthalt solltest du mindesten NZ$ 2250 (rund 1350€) nachweisen können, ein Bankauszug reicht hier aus. Darüber hinaus benötigst du eine Auslandsreiseversicherung für den kompletten Zeitraum deiner Reise. Die Beantragung erfolgt ausschließlich online, wobei eine Bearbeitungsgebühr von NZ$ 208 (ca. 130€) fällig wird, die mit einer Visa- oder Mastercard Kreditkarte bezahlt werden muss. Alle weiteren Informationen findest du auf der neuseeländischen Immigration Website für Österreich.

Ein Working Holiday Visum ermöglicht dir neben unbezahlbaren Erfahrungen, auch noch ein paar Dollar Taschengeld zu verdienen, sowie zeitlich begrenzte Studienkurse zu absolvieren. Die Gelegenheit, ein Land mit einem Working-Holiday-Visum zu bereisen, bekommt man in der Regel nur einmal im Leben.

Neben einer bezahlten Tätigkeit gibt es für Österreicher noch die Möglichkeit, sich mit Farmarbeit für Kost und Logis über Wasser zu halten.

WWOOFing

Fragt man Wikipedia ist WWOOF ein geldloser Austausch, bei dem freiwillige Helfer in den Alltag auf einem Bio-Bauernhof eingebunden werden. Hinter den Buchstaben WWOOF verbirgt sich „World-Wide Opportunities on Organic Farms“, was dafür steht, Menschen mit dem Wunsch nach einem naturverbunden Lebensstil zusammenzuführen. Für vier bis sechs Stunden Arbeit am Tag bekommst du Unterkunft und Essen gestellt und einen hautnahen Einblick in das Leben und Arbeiten auf ökologischen Höfen. Die Arbeiten sind so unterschiedlich wie die einzelnen Farmen. Vom Erntehelfer über Unkraut jäten, Kühe melken bis hin zum Verkauf der frisch geernteten Ware auf dem Wochenmarkt – nach Absprache ist alles möglich. In der Regel wirst du stark ins Familienleben eingebunden mit allen Pflichten und Verantwortungen.

Vom Bild des romantischen Bio-Bauernhofs à la Bullerbü sollte man sich allerdings verabschieden. Zum gemeinsamen Kochen gehört auch Abwaschen und auf solarbetriebenen Farmen wird nach Sonnenuntergang schon mal um die letzten Tropfen warmes Duschwasser gewürfelt. Die Unterkunft variiert vom Gästezimmer über den Heuboden bis hin zum Wohnwagen oder Zelt. Die Gastgeber und die anfallenden Arbeiten werden ausführlich in den WWOOF-Broschüren beschrieben, so dass du schon vorher weißt, was dich erwartet. Gegen eine Mitgliedsgebühr ab derzeit NZ$ 40 (rund 25€) erhältst du Zugang zu sämtlichen Adressen und Kontaktdaten der Farmen. Damit kannst du die Gastgeber ganz einfach kontaktieren und nachfragen, ob derzeit WWOOFer gebraucht werden. Oft kann man sich innerhalb weniger Tage einen Platz organisieren.

WWOOFing in Neuseeland

WWOOFing in Neuseeland

WWOOF – eine Abkürzung die zum Inbegriff von individuellem Reisen und Erfahrungen abseits der ausgetretenen Pfade geworden ist. Besonders in Neuseeland haben diese so genannten Worldwide Opportunities On Organic Farms eine enorme Beliebtheit erlangt und sind mittlerweile Bestandteil vieler Backpacker-Reisepläne. Man lernt nicht nur das Land intensiv kennen, sondern sammelt auch praktische Erfahrungen, tauscht sich […]

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Achtung: Auch für diese Form der freiwilligen Farmarbeit benötigst du in Neuseeland ein Working-Holiday-Visum.

Als Schweizer in Neuseeland arbeiten

Wer jetzt als Schweizer denkt, es sei aussichtslos in Neuseeland zu arbeiten, dem sei versichert, es gibt Nischen und Wege, sich bei einem längeren Aufenthalt über Wasser zu halten und die Kosten gering zu halten.

Sprachschule

Eine Möglichkeit ist die Kurs-Teilnahme an einer Sprachschule. Seit Januar 2014 können Sprachschüler einer bezahlten Arbeit nachgehen. Neben dem Englischkurs darfst du bis zu 20 Stunden pro Woche arbeiten, insofern du für einen Vollzeitkurs in einer „Kategorie 1“-Schule angemeldet bist.

DemiPairKombi

Bei diesem Programm bist du halbtags in der Schule und hilfst für ca. 15 Stunden in der Woche deiner Gastfamilie mit den Kindern. Im Gegenzug erhältst du freie Kost und Logis. Zu gewissen Jahreszeiten gibt es zusätzlich die Möglichkeit, in einem Sommer- oder Ferienlager mitzuhelfen.

Farmaufenthalt

Auch ohne Working-Holdiday-Visum kannst du für bis zu drei Monate auf einer Farm mithelfen. Ob Schafe, Milchkühe, Pferde oder bei einem Winzer – die Einsatzmöglichkeiten sind groß. Für ca. CHF 80,- pro Woche erhältst du Kost und Logis. Bei entsprechenden Englischkenntnissen kannst du einen Farmaufenthalt machen, ohne eine Sprachschule zu besuchen. Ansonsten kann vorgängig ein Sprachkurs organisiert werden.

Freiwilligenarbeit

Reisende mit einem Touristen- bzw. Besuchervisum können verschiedene Freiwilligentätigkeiten ausüben, da diese in der Regel nicht entlohnt werden. Oft erhält man auch hier freie Kost und Logis, sodass man Geld sparen kann. Darüber hinaus ermöglicht dir der Freiwilligendienst eine sinnstiftende Tätigkeit, bei der du dich sozial engagieren kannst. Wie wäre es mit einer Arbeit bei einer Umwelt- oder Tierschutzorganisation, wo du dazu beitragen kannst, die einzigartige Flora und Fauna des Landes zu erhalten? Oder du setzt dich für den Erhalt des kulturellen Erbes des Landes ein und unterstützt ein soziales Projekt. Auch zukünftige Arbeitgeber werden dein ehrenamtliches Engagement im Ausland zu schätzen wissen.

Studentenvisum

Eine andere Möglichkeit, um in Neuseeland ohne Working-Holiday-Visum legal arbeiten zu dürfen, ist das Studentenvisum, welches auch Österreicher und Schweizer beantragen können. Das Studium sollte in diesem Falle jedoch im Vordergrund stehen, da sich die Studiengebühren gewaschen haben. In 2014 hat der neuseeländische Staat daher verschiedene Maßnahmen beschlossen, um das Studium für ausländische Studenten attraktiver zu machen. Seither darf man mit einem Studentenvisum bis zu 20 Stunden pro Woche jobben und während der Semesterferien sogar Vollzeit arbeiten. Unter diesen Umständen ist es wesentlich einfacher, das Studium in Neuseeland zu finanzieren. Ein Nebenjob kann damit den Einstieg in die Arbeitswelt des Landes erleichtern. Neu ist auch, dass erfolgreiche Hochschulabsolventen im Anschluss an ihr Studium für ein Jahr das Work Visa beantragen können. Nach Ablauf des Jahres kann dieses unter bestimmten Umständen sogar verlängert werden.

Fazit

Auch ohne klassisches Working-Holiday-Visum für Schweizer und limitierte Kontingente für Österreicher haben Staatsangehörige dieser Länder vielfältige Möglichkeiten, eine lange und intensive Zeit in Neuseeland zu verbringen. Als freiwillige Helfer, Farmarbeiter, Sprachschüler oder Au Pair können Österreicher und Schweizer genauso tief in die Kultur und das Alltagsleben eintauchen wie andere Work & Traveller. Willkommen im Land der großen, weißen Wolke – oder wie man in Neuseeland sagt – Kia Ora.

Allgemeine Informationen findest du auf der offiziellen Seite der neuseeländischen Regierung: immigration.govt.nz

Kommentare (3)

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  1. S.o sagt:

    Hey zusammen:) ich komme aus der schweiz und besuche bis november eine English Schule in Nelson NZ. Danach würde ich gerne 3 monate durch Neuseeland reisen. Dafür möchte ich mir ein Auto kaufen. Wisst ihr ob dies als schweizer geht? Meine Versicherung in der schweiz möchte mich für Neuseeland nicht versichern. Wie kann ich dies nun am besten machen das ich trotzdem gut versichert bin? Vielen lieben Dank für eure Hilfe!:)

    • tamara sagt:

      Hey
      Klar das geht.
      Wir haben das im 2012 auch so gemacht (miete doch einfach eins ist einfacher und du kannst es nach der rundreise wieder problemlos abgeben)
      Gute reise u grüsse nz von mir

    • tamara sagt:

      Ah sry betr. Versicherung.
      Du kannst eine kostengünstige versucherung bei einer autovermietung ohne probleme abschliessen.
      Bei einem kauf bin ich nicht sicher.

      Ps: wir sind teils auch mit flixbus unterwegs gewesen. Geht auch super

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